Chronik

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Oberweiling

Der Ort Oberweiling mit seiner 1200 Jahre alten Geschichte zählt zu den ältesten Siedlungen im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Gar oftmals hat dieser Ort und seine dazugehörigen Ortschaften und Einöden die Besitzer gewechselt und damit eine wechselvolle Geschichte hinter sich gebracht.

Im berühmten „Dreikaiserjahr 1888“ haben sich 33 beherzte Männer zusammengetan und eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen. Aktenkundig wurde die Gründung dann 1891 (Quelle: Bayer. Staatsarchiv Amberg).

Was mag die Männer damals bewogen haben eine gemeinnützige Einrichtung, wie die Feuerwehr eine ist, zu gründen?

Die Bauweise in jener Zeit, die Gefahren von offenem Licht und Herdstellen mit einfachen Kaminen, sowie Blitzschläge waren oftmals Ursache von großen Katastrophen, die selten nicht nur ein Anwesen vernichteten, sondern mitunter der ganzen Ortschaft zu Verhängnis wurden. Man muss in Erwägung ziehen, dass damals keine Vorkehrungen gegeben waren, Feuersbrünste gezielt zu bekämpfen. Diese und womöglich auch noch andere Motive mögen Pate gestanden haben, dass verantwortungsbewusste Männer zur Selbsthilfe geschritten sind und sich zusammengeschlossen haben, um eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

Es ist schade, dass aus jener Gründungszeit keinen Aufzeichnungen vorhanden sind. Möglich kann auch sein, dass Niederschriften aus irgendwelchen Gründen verloren gegangen sind. Wahrscheinlich haben die „Männer der ersten Stunde“ ihre Anregungen von anderen bereits bestehenden Feuerwehren bezogen. Vielleicht haben sie ihr Vorhaben auch in einem kleinen Rahmen gefeiert.

Die noch vorhandenen ersten Aufzeichnungen aus dem Stammbuch datieren vom 29.11.1891. Es sind dies Mitgliederlisten, aus denen auch die erste Feuerwehrführung der freiwilligen Feuerwehr Oberweiling zu erkennen ist.

Wie weiter aus der Stammliste zu ersehen ist, stieg die Mitgliederzahl weiter an. Durch Wegzug, durch Austritt und auch durch Unglücksfall war dann in der Folgezeit die Mitgliederzahl teils steigend, teils wieder abnehmend. Gar manche Namen von Feuerwehrleuten, die Funktionen bekleidet hatten, waren nur am Rande vermerkt. Zwei Beispiele seien dazu angeführt:  ein Georg Oettl, Gütler in Reckenhofen (Ortsteil von Finsterweiling), steht als Kommandant eingetragen und zwar von 1908 bis 1927; ein Josef Seitz jun., Mühlarzt in Finsterweiling war Adjutant und ist 1915 gefallen.

Folgende Namen als Vorstände bzw. als Kommandant sind zu lesen: Auer Alois, Haumühle; Auer Alois, Oberweiling; Auer Alois, Finterweiling; Reindl Martin, Oberweiling; Blomenhofer Johann, Finterweiling; Reindl Josef, Oberweiling; Wurm Josef, Finsterweiling; Simon Ludwig, Oberweiling; Pirkl Josef, Altenveldorf; Ferstl Willibald, Altenveldorf; Vinzenz Achhammer Oberweiling; Stefan Pürzer Hollerstetten; Martin Eichenseer Finsterweiling.

Soweit zum Stammbuch der Freiw. Feuerwehr Oberweiling aus historischer Sicht.

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Was das Protokollbuch betrifft, so sind Aufzeichnungen aus den Gründerjahren nicht vorhanden. Die ersten Niederschriften stammen aus dem Jahr 1933. Das erste Protokoll datiert vom 5. Februar 1933 und ist unterzeichnet: Reindl, Vorstand; Auer Alois, Kommandant; Auer Alois, Adjutant.

Es folgen vor allem kurze Niederschriften über abgehaltene Übungen mit teils gutem, teils schlechtem Besuch. Geübt wurde wie es im damaligen Jahren hieß: „zu Fuß und mit Gerät exerziert“. (Seit 1988 ist dieses Protokollbuch nicht mehr auffindbar.)

Am 17. September 1933 war so schwacher Besuch, das nicht angetreten werden konnte. Man trug sich mit dem Gedanken die freiwillige Feuerwehr aufzulösen oder in eine Pflichtfeuerwehr umzuwandeln.

Vorläufig letzter Eintrag steht zum 1. Juli 1934 mit der Bemerkung: „kein Interesse mehr für das Feuerlöschwesen!“ Es folgte nun die „kaiserlose Zeit“ bei der Feuerwehr Oberweiling. 18 Jahre, bis zum 8. Juni 1952 dauerte dieser Zustand, so weisen es jedenfalls die Bücher auf.

Der eigentliche Wiederaufbau begann mit den Versammlungen am 8. Juni und am 31. August 1952 unter der Regie von Kreisbrandmeister Eschbach aus Velburg, der eine neue Vorstandschaft entwickelte auch gleich neue Initiativen. Eine Motorspritze wurde gekauft bei der Firma Obauer aus Burglengenfeld.

Die erste Übung war gleich ein voller Erfolg. 45 Mann waren anwesend. Bekämpft wurde das Schulhaus, 250 Meter Schläuche ausgelegt, Wasser aus der Laaber entnommen. Bei der Manöverbesprechung hieß es:

„Die Spritze funktionierte tadellos ohne Hemmung!“

Der Eifer für das Neue war bald verraucht. Die Teilnehmerzahlen bei den Übungen waren wieder arg rückläufig, so dass Worte wie „Pflichtfeuerwehr“, „Einführung der Feuerschutzabgabe“ in den Niederschriften auftauchten.

Am 31. März 1957 wurde in der Generalversammlung zu Finsterweiling wieder eine neue Vorstandschaft gewählt. Auch diese hatte mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Doch durch das Pflichtbewusstsein der Vorstandschaft und einiger Feuerwehrmänner gelang es wiederum neuen Schwung ins Getriebe zu bringen.

Am 20. Juli 1963 legte die erste Gruppe in Seubersdorf das Leistungsabzeichen in Bronze ab. Die Verleihung der Leistungsabzeichen nahm seinerseits Herr Kreisbrandinspektor Geidl vor.

Am 5. November 1966 war wieder ein Wechsel in der Führung der Feuerwehr Oberweiling fällig.

Am 21.07.1967 legten gleich zwei Gruppen, eine von Altenveldorf und eine aus Hollerstetten das Leistungsabzeichen ab. Diesem Beispiel folgten immer weitere Gruppen, so dass die Wehr in Oberweiling 1988 folgende Gruppen in Leistungsabzeichen aufweisen konnte:

10 Bronze – 5 Silber – 2 Gold – 2 Gold/Blau – 2 Gold/Grün – 2 Gold/Rot.

1 Gruppe Bayer. Jugendleistungsspange

1 Gruppe Deutsche Jugendspange

Der kleine Ort Oberweiling hat wohl kaum noch so viele Vereine mit ihren Fahnen gesehen wie an der besagten Fahnenweihe 1968. Dieser Tag war damals ein großartiges Erlebnis für alle Teilnehmer.

Mit diesem festlichen Ereignis kam wiederum neuer Elan in die Reihe der freiwillige Feuerwehr. Seither ist es um die Feuerwehr und um den Feuerschutz in den Orten ihres Bereiches bestens bestellt.

Das 100 jährige Gründungsfest sollte wiederum dazu beitragen das Interesse und das Pflichtgefühl aller Wehrmänner so zu heben und zu erhalten. Der Wahlspruch der Feuerwehr „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ war damals Richtschnur zum Fest

100 jährigen Gründungsfest der Freiw. Feuerwehr Oberweiling

Vom 24.061988. bis 27.06.1988

 Männer

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(v.l.: 2.Kdt. Oettl Martin, KBM Lang, 2.Vorst. Auer Richard, KBR Gruber, 1.Kdt. Pürzer Stefan, KBI Baierl, Kassier Oettl Johannes, Bürgermeister Bernhard Kraus, Schriftf.  Stiegler Josef, 1.Vorst. Berschneider Günter)

bürgermeister

Vinzenz Achhammer mit den Feuerwehrführungskräften des Landkreises

und 1. Bürgermeister Bernhard Kraus

 Führung

Bericht aus der MZ vom 27.01.10